Diese Reise wird spannend – das war von vorne herein klar. Zum ersten Mal sollte es nach Orissa gehen, einem Bundesstaat, der vor nicht langer Zeit durch massive Christenverfolgung auf sich aufmerksam gemacht hatte. Viele Christen hatten ihre Häuser verloren, weil man sie entweder angesteckt oder eingerissen hatte. Es hatte an die 100 Todesopfer gegeben. Zehntausende Christen lebten über viele Monate in Lagern bis sich die Lage etwas entspannt hatte. Wir hatten schon Ende letzten Jahres Gelder gesammelt um den betroffenen Menschen beim Aufbau der Häuser oder neuem Berufsstart etwas zu helfen.

Aber wie sooft zuvor bei meinen Indienreisen stattete ich zuerst meinen Kollegen und Freunden in Chennai einen Besuch ab. Und auch dieses Mal war die Taxifahrt schon spannend. Chennai ist schließlich eine Zehnmillionen-Stadt. Aber mit etwa einstündiger Verspätung kam ich doch an. Wir hatten in den zwei Tagen in Chennai einen guten Austausch miteinander über den Dienst und unser Befinden und besuchten gemeinsamen einen Gottesdienst bevor es per Zug nach Orissa ging. Ein Pastor, den ich bis Dato noch nicht kannte, holte mich in Berhampur vom Zug ab und es ging dann per Auto zu der Kleinstadt Paralakhemundi, von der aus wir Orte besuchen wollten, die Hilfsgüter erhalten hatten.

An zwei Tagen fuhren wir die Orte ab, erkundigten uns nach der Lage, hörten uns viele Klagen an und Bitten doch in anderen Bereichen Hilfe zu geben. Zusagen dazu konnten wir zwar nicht geben, aber wir ermutigten die Leute, weiter auf Gott zu vertrauen und beteten mit ihnen. Ansonsten hielt ich mich aus Sicherheitsgründen im Hotel auf, damit niemand mir dumme Fragen stellen konnte.

Wieder ging es mit Bus und Taxi zum Zug, der uns nach einer Tagesreise nach Hyderabad brachte.

Seit kurzem haben wir Aj als Partner-Organisation für IN.touch angenommen. Wir investieren uns hier in zwei Dienste: Kinderheim und Back-To-School-Programm. Natürlich war es sehr interessant zum ersten Mal die Leiter, Kinderbetreuer und die Kinder selbst kennenzulernen. Ich konnte mich überzeugen, dass es den Kindern gut geht. Es sind sehr fröhliche und aufgeschlossene Kinder. Und auch das Leiterehepaar beeindruckte mich durch ihre Seriosität mit der sie die Arbeit dort tun.

Nach zwei Tagen hieß es wieder aufbrechen. Der Zug brachte mich nach Bangalore wo ich umsteigen musste in den Zug nach Coimbatore. Züge in Indien fahren langsamer als ein ICE, der IC. Man braucht Zeit.

In Coimbatore wohnte ich nach alter Gewohnheit im Hotel Thaii. In den zwei Tagen dort besuchte ich die Kinderdienste in den verschiedenen Dörfern der Irula, sogar zwei Dörfer, die jenseits der Grenze zu Kerala liegen. Es ist immer schön, etwas Zeit mit den Kindern und Müttern zu verbringen, zu spielen, etwas aus dem Wort Gottes zu teilen und zu segnen.

Ein letztes Mal war ich mit dem Zug unterwegs. Dieses Mal nach Chennai, von wo ich den Rückflug antrat.