Einsatzbericht von der Missionsreise vom 01. - 13. November


Für jemanden wie mich, der regelmäßig Indien besucht, ist vieles selbstverständlich geworden. Ich nehme fälschlicherweise an, dass jeder weiß, wie es dort ist z.B. in Bezug auf Hygieneverhältnisse oder Schmutz im Allgemeinen. Deshalb war ein Teammitglied unseres November-Teams davon doch recht überrascht.

Man erkennt schon im Flughafen den Unterschied zu Frankfurt oder Dubai. Aber das ganze Ausmaß des Unterschiedes zur westlichen Welt überwältigt einen erst danach.

Dabei waren wir noch recht abgeschirmt als wir im klimatisierten Taxi die 300 km vom Flughafen in Kochi nach Sulthans Bathery antraten. Aber in den Pausen zum Füße vertreten, Essen oder anderen Bedürfnissen nachzukommen, war man damit konfrontiert, teils sehr konfrontiert. Medizinischer Einsatz: das bedeutete 3 medizinische Camps in verschiedenen Gegenden von Kerala und Tamilnadu, Südindien. Es bedeutete Dienst an zwei Stammesvölkern, den Irula und den Panniya. Es bedeutete Dienst in abgelegenen Dörfern und Anreisezeiten von 2 oder mehr Stunden. Es bedeutete, dass keine Arztpraxis wie in Deutschland auf einen wartete, sondern ein, zwei Räume in einem Wohnhaus oder einem Gemeinschaftsgebäude. Es bedeutete Zusammenarbeit mit indischen Medizinern und Anpassung an deren Erfahrungen und Methoden und Arzneiausgabe. Als Arzthelferinnen fühlt man sich eher als Apothekenhelferinnen.

In Asien unterwegs zu sein bedeutet, sich etwas vom westlichen Pünktlichkeitsverständnis zu verabschieden. Keiner nimmt es einem übel wenn man statt um 10 Uhr morgens, erst um halb 1 mit der Sprechstunde anfängt. Die Patienten kommen, wenn etwas geschieht.

Und man macht so lange, bis keiner mehr kommt. Nach2 – 3 Stunden hat man zwischen 40 und 50 Patienten gesehen –pro Arzt. Unser Bus holte dabei Kranke auch noch aus den Nachbardörfern. Wir waren sehr froh ein älteres Ärzteehepaar zu treffen, das diese Arbeit in Zukunft in regelmäßigen Abständen fortführen will – 1 x im Monat. Dabei haben sie auch die Verlorenheit dieser Menschen vor Augen und weisen sie in Liebe auf Jesus, den Retter aller Menschen hin. Dieses Ehepaar arbeitet in einer Klinik für die Stammesbevölkerung, die wir am Tag nach dem Camp besuchten. Leute aus Stammeshintergrund erhalten freie Behandlung und Medikamente. Eine sehr schöne und saubere Klink gemessen an der Klinik, die wir nach dem ersten Med. Camp besucht hatten und die nach unserem Verständnis den Namen nicht verdient hatte. Kein Patient aus dem Westen würde seinen Fuß dort hineinsetzen um behandelt zu werden.

Wir waren Gott sehr dankbar dafür, dass er über unsere Gesundheit gewacht hat während dieser 12 Tage in Indien. Erst nachdem wir Tamilnadu erreicht hatten, gab es heftige Regenfälle. In der Umgebung von Ooty, das auf unserem Weg lag, gab es durch die Folgen dieser Regenfälle mehr als 40 Todesopfer zu beklagen.

Wir konnten auch die meisten der IN.touch Kindergärten besuchen. Vieles ist noch im Anfangsstadium und es bleibt noch eine Menge zu verbessern. Ein kleines Team von Kindergärtnerinnen für einen Einsatz steht seit langem auf meiner Wunschliste. Diese könnten einiges an Wissen über den rein schulischen Bereich hinaus an indische Erzieherinnen vermitteln. Dazu wünschte ich mir, wir könnten ein angemessenes Gebäude an jedem Ort mit Kindergarten bauen, in dem nicht nur die Kinder betreut würden, sondern auch Erwachsenenbildung betrieben werden kann und ein Gesundheitsposten eingerichtet wird, der in regelmäßigen Abständen besetzt wird. Den letzten Tag haben wir am Strand des arabischen Meeres genossen. Nach dem Monsunregen war es der erste sonnige Tag. Den hatten wir nicht verdient, aber ihn dankbar aus Gottes Hand angenommen. Wenn die Gebete dafür erhört wurden, wie viel mehr können wir glauben, dass Gott die Gebete erhört, die wir gebetet haben, um göttliche Heilung unter die Irula und Panniya zu bringen.

Ihm sei die Ehre.


Armin Weißenfels